Verhaltenstherapie

Zahlreiche Studien belegen die Wirksamkeit von Psychotherapie bei der Behandlung psychischer Störungen.

Was sind psychische Störungen? Meistens sind psychische Störungen klar verbunden mit Leid. Betroffene leiden unter bestimmten Verhaltensweisen, unter unangenehmen Gefühlen oder dem Fehlen bestimmter Gefühle. Häufig sind die unangenehmen Gefühlszustände auch verbunden mit körperlichen Beschwerden bzw. Symptomen (Zittern, Erröten, Herzrasen, Würge-/Engegefühle, Kopfschmerzen), manchmal auch körperlichen Erkrankungen. In nahezu allen Fällen finden sich bedeutsame Zusammenhänge mit belastenden bzw. einschneidenden Lebensereignissen.

Psychische Erkrankungen und Symptome werden als Defizite, als Abweichung von gesellschaftlichen Soll-Vorgaben erlebt. Hilfreich ist es jedoch, Symptome als Problemlösung zu betrachten, als nicht geglückten Versuch mit einer bestimmten Situation umzugehen, mit den zur Verfügung stehenden Mitteln. Psychische Erkrankungen sind demnach nicht Ausdruck eines Mangels, sondern Entwicklungen mit Sinn, die jedoch ihre Wirkung verfehlen und zu deutlichen Einschränkungen der Lebensqualität führen.

In der Behandlung psychischer Störungen durch Psychotherapie geht es um die Erarbeitung von Handlungsalternativen in zunächst scheinbar ausweglosen Situationen. Psychotherapie öffnet Augen und Ohren für bislang unerkannte, vielleicht unbeschrittene Wege. Psychotherapie unterstützt bei der Schaffung günstiger Bedingungen für die Selbstorganisation. In der Therapie werden Voraussetzungen für das Beschreiten neuer, heilsamer Wege erarbeitet. Dafür existieren unterschiedliche Verfahren bzw. Therapierichtungen. Die Verhaltenstherapie ist ein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren, die das eigene Verhalten analysiert und verstehbar macht ohne in der Vergangenheit stecken zu bleiben. Ziel der Therapie ist es im "Hier und Jetzt" alternative Wege oder alternative Ziele zu erarbeiten und entsprechende Fertigkeiten zu erwerben. Wir erarbeiten gemeinsam, welche Faktoren zur Entstehung der Probleme beigetragen haben und welche Faktoren die Symptomatik aufrechterhalten:

Wie gehe ich mit bestimmten Problemen unter welchen Bedingungen um?
Wie ist diese Art der Problemlösung entstanden?
Welche Werte, Regeln, Rollenbilder bestimmen mein Verhalten und woher stammen diese?
Mit welchen Überzeugungen, Denkweisen stehe ich mir selber oder auch anderen im Weg?
Welche alternativen Verhaltensweisen und Denkweisen gibt es, mit welchen Konsequenzen?

Alternative Verhaltensweisen und Denkweisen werden erarbeitet, durchgespielt, erprobt und geübt. So gewinnt die Person an Handlungsspielraum, Lebensraum oder erhält Unterstützung bei der Akzeptanz unabänderlicher Gegebenheiten.